Hattet oder habt ihr das, ein Hobby, was euch alles, einfach alles, bedeutet? Was ihr auch krank oder mit verstauchten Knöcheln ausüben würdet? Wo ihr kein Training und keinen Moment ums Verrecken nicht verpassen würdet?

Ich hatte dieses Hobby und es war das Tanzen – Garde- und Showtanz. Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als meine Mama zu mir sagte, sie wurde gefragt, ob ich dort nicht mal zum Training kommen mag. Erste Berührungspunkte auf der Weihnachtsfeier des Vereins, als ich mit 6 um den Weihnachtsbaum hüpfte. Also ging ich zum Training, mit 6 Jahren, und blieb. Genau DAS war mein Ding, ich liebte es. Nichts ging über mein Training in der Woche und nichts ging über die Auftritte. Es war mir heilig. Und es konnte mir heilig sein, weil meine Eltern mich immer fuhren und unterstützten. Wir wurden dort gemeinsam groß, vom Grundschulkind in die Pubertät, alles haben wir gemeinsam erlebt, gelacht, geschwitzt, geflucht und alles nochmal von vorn getanzt. Tabaluga, Mary Poppins, Cowboys, Vogelscheuchen, Bollywood, Fire & Ice und viele Themen mehr. Und die Zeit, als Duo zu tanzen, war dann nochmal ganz besonders.

Aber wie es so im Leben ist, geht alles irgendwann auch mal zu Ende. Wir alle wurden größer, waren am Ende in verschiedenen Gruppen. Der Verein wurde dafür immer kleiner oder kam mir das nur so vor, weil ich nun größer war? Die Gemeinschaft zwischen den Gruppen bröckelte. Und wie es so ist beim Tanzen blieben auch Verletzungen nicht aus und so erwischte es auch mich. Es ging, aber mit all den Stimmungen und Veränderungen, wurde es für mich Zeit, zu gehen. Keine Entscheidung ist mir schwerer gefallen, als meinem Hobby, das ich ausüben wollte bis ich Oma bin und dem Ort, an dem ich mich 12 Jahre eigentlich immer sehr wohl gefühlt habe, den Rücken zu kehren. Noch immer träume ich, 10 Jahre später, von damals und dennoch war es die richtige Entscheidung.

Das Leben hält Wendungen und Wege bereit, auch wenn diese nicht immer einfach zu gehen sind. Gerade wenn uns etwas unglaublich wichtig ist. Und dann kommen andere Prioritäten des Weges. Und dennoch bedeutet ein neuer Weg doch nie, dass der alte uns komplett versperrt bleibt. Geprägt hat er uns auf jeden Fall. Also Tanzen, ich sage nicht lebwohl. Niemals. Aber ich tanze heute auf andere Weise.

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